Löst Elektroschrott Plastik als weltweit größtes Abfallproblem ab?

Posted by Celine Coleman, Marketing Director, Clover Imaging Group EMEA on Jun 24, 2020 9:30:00 AM
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Ein neues Produkt oder Gerät kommt auf den Markt gebracht, und wir müssen es sofort haben. Sobald wir es dann haben, entsorgen wir den Vorgänger. Dieser Konsumkreislauf hat dazu geführt, dass Elektro- und Elektronikaltgeräte (EEE) zum weltweit am schnellsten wachsenden Abfallstrom geworden sind. Die Welt produziert jedes Jahr 50 Millionen Tonnen Elektroschrott im Wert von geschätzt 55 Milliarden Euro. Es wird erwartet, dass dieser Wert bis 2050 auf 120 Millionen Tonnen anwachsen wird, ausgehend von den derzeitigen Werten. Gegenwärtig werden nur 20% der Elektronik wiederverwertet, die restlichen 40 Millionen Tonnen werden entweder deponiert, verbrannt oder illegal gehandelt. Der weltweit größte Produzent von Elektronikschrott sind die USA, dicht gefolgt von China. Beide Länder zusammen sind für rund 32% des weltweiten Elektronikschrotts verantwortlich. In Europa schneiden wir etwas besser ab - während der Elektroschrott jährlich um 2% wächst, recyceln wir bis zu 40%.

Diese wachsende Menge an Elektroschrott stellt eine enorme Bedrohung für unsere Umwelt und Gesundheit dar. Elektro- und Elektronikgeräte enthalten Metalle und andere Komponenten wie Quecksilber und Blei, die bei unsachgemäßer Entsorgung und Handhabung Boden, Luft und Wasser verschmutzen können. Elektroschrott macht etwa 2% der Abfälle auf Deponien aus, ist aber für etwa 70% der dort gefundenen giftigen Abfälle verantwortlich.

Reicht Recycling aus?

Diese Geräte zu recyceln ist der naheliegende erste Schritt, um sie von Mülldeponien fernzuhalten. Im Jahr 2005 verabschiedete die EU zu diesem Zweck die WEEE-Richtlinie, die die Hersteller verpflichtet, Elektroschrott zu sammeln und zu recyceln. Das Problem ist jedoch das, was nach der Sammlung mit dem Elektroschrott geschieht. Wir wissen bereits, dass der Großteil auf Deponien landet, aber eine beträchtliche Menge wird auch illegal exportiert. Die Europäische Umweltagentur schätzt, dass Europa jährlich immer noch 1,3 Millionen Tonnen Elektroschrott illegal exportiert, wovon der Großteil in den ärmeren Regionen unserer Welt landet. Dieses Problem verschärfte sich im Jahr 2017, als China alle Importe ausländischen Abfalls stoppte und viele Industrieländer vor der Frage standen, wie sie nun mit ihrem Abfall verfahren sollten.

Recycling allein ist nicht die Antwort. Abfallvermeidung und die Nutzung von Abfall als Ressource müssen das Rückgrat des Übergangs zu einer grünen, nachhaltigen Wirtschaft bilden. Der vor kurzem verabschiedete Europäische „Green Deal“ schlägt einen kreislaufwirtschaftlichen Aktionsplan (CEAP) vor, welcher im Mittelpunkt der Bemühungen stehen soll, unser Abfallproblem in den Griff zu bekommen. Die Kreislaufwirtschaft funktioniert durch die Wiederverwendung von Abfall und die Verlängerung der Lebensdauer von Ressourcen. Gegenwärtig gehen viele Produkte zu schnell kaputt, können nicht wiederverwendet, repariert oder recycelt werden oder sind nur einmal verwendbar. Dieses lineare Produktions- und Konsummuster ("take-make-use-dispose") steht der Schaffung nachhaltiger Produkte im Weg. Die neue Gesetzesvorlage wird sich mit der notwendigen Verbesserung der Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Aufrüstbarkeit und Reparierbarkeit von Produkten befassen, das Vorhandensein gefährlicher Chemikalien in Produkten behandeln und den Recyclinganteil in Produkten erhöhen. Sie wird auch darauf abzielen, den einmaligen Gebrauch und die vorzeitige Alterung eines Produktes einzuschränken.

Wie wirkt sich dies auf Druckerzubehör aus?

Druckerkartuschen fallen in den Geltungsbereich der Elektro- und Elektronikaltgeräte, aber allein in den USA werden jährlich bis zu 375 Millionen Stück auf Deponien entsorgt. Clovers Abfallmanagementprozess basiert bereits seit über 20 Jahren auf einem kreislaufwirtschaftlichen Ansatz, indem wir eine nachhaltige wiederaufbereitete Kartusche herstellen und gleichzeitig Millionen gebrauchter Kartuschen vor der Mülldeponie bewahren, wo sie bis zu 1000 Jahre brauchen, um zu verrotten. Seit 2009 hat Clover über 436 Millionen Kartuschen gesammelt und 206 Millionen Kilogramm Material von Deponien ferngehalten (basierend auf den Zahlen des Clover-Nachhaltigkeitsberichts 2009-2018). Wiederaufbereitete Druckerkartuschen von Clover sind leere Kartuschen, die zur Wiederverwendung gesammelt werden und dann unseren patentierten Wiederaufbereitungsprozess durchlaufen, bei dem wir sie in einen neuwertigen Zustand versetzen. Clover-Druckerkartuschen bieten die gleiche Leistung und Seitenausbeute wie Einwegkartuschen, aber mit der Hälfte der Umweltbelastung und neunundsiebzig Prozent weniger Materialverbrauch (Daten aus einer 2010 vom RIT durchgeführten Clover-finanzierten Lebenszyklusanalyse (LCA). Die LCA-Daten wurden noch nicht veröffentlicht).

Newbuild-Kartuschen/gefälschte Kartuschen hingegen, die den gleichen WEEE-Bestimmungen unterliegen wie OEM- und wiederaufbereitete Kartuschen, können nicht in ähnlicher Weise Teil der Kreislaufwirtschaft werden, da sie nicht unter den gleichen Bedingungen wie OEM- und bereits wiederaufbereitete OEM-Kartuschen wiederaufbereitet werden und so ein zweites Leben erhalten können. Viele Newbuild-Kartuschen erfüllen nicht die in Europa geltenden REACH-, RoHS- oder CE-Verordnungen. Neben der fehlenden Eignung der Produkte für das Recycling gibt es potenzielle Gesundheits- und Sicherheitsrisiken. Bei bestimmten Arten von Newbuild-Kartuschen wurden bei Testes in den Kunststoffen gefährliche Chemikalien nachgewiesen wie z.B. DecaBDE, eine bromierte, flammhemmende Substanz. Deren Herstellung oder Import in die Europäische Union ist seit März 2019 gemäß der REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe) verboten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Newbuild-Kartuschen kein Teil eines Kreislaufwirtschaftsprozess sein können sondern als Abfall entsorgt werden müssen - dies verschlimmert die Abfallkrise mit all ihren negativen Umweltauswirkungen zusätzlich.

Autor: Celine Coleman, Marketing Director, Clover Imaging Group

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